
Wir über uns
Herzlich Willkommen!
Die Wolfgang Loch Stiftung ist seit dem 10. März 2000 rechtskräftig ins Leben gerufen. Sie dient dem Zweck, die psychoanalytische Wissenschaft und Forschung zu fördern.
Dies insbesondere durch eine mindestens einmal jährlich stattfindende Vorlesung mit Bezug zum Ideengebäude von Wolfgang Loch.
Darüber hinaus ist es Zweck der Stiftung, wissenschaftliche Untersuchungen und Forschungen zu unterstützen, die geeignet sind, das Werk von Wolfgang Loch zu erschließen und weiter zu entwickeln.
Außerdem möchten wir Maßnahmen fördern, die die Übersetzung wichtiger Werke von Wolfgang Loch in andere Sprachen zum Ziel haben.
Neuigkeiten
Einladung zur 27. Wolfgang Loch Vorlesung
Am Freitag, dem 23. Oktober 2026, um 17:00 Uhr, spricht
Priv.-Doz. Dr. Dr. Wolfgang Hegener
zum Thema
»… das haben wir behandelt wie einen heiligen Text« (Freud)
– Traumdeutung und talmudisches Judentum
Koreferat
Sandra Dörrenbächer
Diskussion mit dem Auditorium
Ende der Veranstaltung gegen 20 Uhr
Ort: im Hörsaal der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums der Eberhard Karls Universität, Calwer Str. 14, 72076 Tübingen.
Abstract zur 27. Wolfgang-Loch-Vorlesung
Zur Einstimmung in die Veranstaltung:
In diesem Vortrag möchte Wolfgang Hegener zeigen, wie insbesondere das methodische Vorgehen, das Freud paradigmatisch in seiner Grundschrift »Die Traumdeutung« entfaltet, der »talmudischen Denkweise« strukturanalog entspricht, so dass er schließlich sagen kann, er habe die Träume wie »heilige Texte« gelesen. Beide, die »heiligen Texte« und die Träume, treten gleichsam erst durch ihre Deutung hindurch in Kraft und sind sensu Loch in einem konstruktiven Prozess auf ihre Aktualisierung angewiesen. Diese Entsprechung rechtfertigt den weitergehenden Schluss, dass die Freudsche Psychoanalyse die einzig noch existierende talmudische Wissenschaft ist, was in einem abschließenden Teil diskutiert und problematisiert werden soll.
Priv.-Doz. Dr. Dr. Wolfgang Hegener Psychoanalytiker und Ausbildungsanalytiker (DPG/IPV/DGPT) in Berlin und Hochschullehrer für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Promotion in Psychologie und Jüdischer Theologie, Habilitation in (psychoanalytischer) Kulturwissenschaft. 2022-2025 Studium der evangelischen Theologie im Kirchlichen Fernunterricht (KFU). Mit-Herausgeber des »Jahrbuchs der Psychoanalyse«. Interessenschwerpunkte: Jüdische Wurzeln der Psychoanalyse; zur Psychoanalyse des Antisemitismus; zum Verhältnis von Psychoanalyse und Philosophie. Letzte Buchveröffentlichungen: »Heilige Texte. Psychoanalyse und talmudisches Judentum« (Psychosozial-Verlag 2017), »Schuld-Abwehr. Psychoanalyti- sche und kulturwissenschaftliche Studien zum Antisemitismus« (Psychosozial-Verlag 2019), »Im Anfang war die Schrift. Sigmund Freud und die Jüdische Bibel« (Psychosozial-Verlag 2023) und zusammen mit Karin Zienert-Eilts »Herbert Rosenfeld – Then and Now: The Significance of His Work for Contemporary Psychoanalysis« (Karnac 2024).

Lebenslauf von Wolfgang Loch
| 10. Mai 1915 | Wolfgang Loch wird in Berlin geboren |
| 1933 | Abitur |
| 1933 – 1938 | Studium der Medizin in Berlin |
| 1939 – 1944 | Truppenarzt |
| 1939 | Promotion |
| 1944 – 1947 | Amerikanisch-kanadisch-englische Gefangenschaft |
| 1947 | Facharztausbildung für Innere Medizin; anschließend neurologisch-psychiatrische Ausbildung und Tätigkeit |
| 1948 | Heirat mit Dr. med. dent. Mechthildis Schopp (3 Töchter) |
| 1956 | Psychosomatische Klinik der Universität Heidelberg bei Alexander Mitscherlich. Sigmund-Freud-Institut Frankfurt am Main als Stellvertretender Direktor. |
| 1964 | Wissenschaftlicher Rat an der Universität Tübingen |
| 1964 | Habilitation bei Prof. W. Schulte/Tübingen über „Voraussetzungen, Mechanismen und Grenzen des psychoanalytischen Prozesses„ |
| 1968 | Berufung zum außerplanmäßigen Professor der Universität Tübingen |
| 1969 | Abteilungsvorsteher der neu eingerichteten Abteilung für Psychoanalyse an der Universität Tübingen |
| 1971 – 1982 | Ordentlicher Professor an dem speziell für ihn eingerichteten Lehrstuhl für Psychoanalyse und Psychotherapie der medizinischen Fakultät der Universität Tübingen |
| 1971 | Gründung der Arbeitsgemeinschaft Stuttgart-Tübingen zusammen mit Friedrich-Wilhelm Eickhoff, Rosemarie Glantz, Peter Kutter, Hans Morgenstern, Hermann Roskamp und Alice Zimmer |
| 1972 – 1975 | Vorsitzender der DPV; seit 1990 deren Ehrenmitglied |
| 1972 – 1975 | Vizepräsident der IPA |
| 1979 – 1981 | Vizepräsident der EPF |
| 1981 – 1983 | Speziell beauftragter Sekretär der IPA für Osteuropa |
| 7. Februar 1995 | Wolfgang Loch stirbt |